Mittwoch, 16. Juni 2010 21:43:06

Malaysia

Cameron Highlands


Verschlafen machen wir uns mit unseren Rucksäcken auf in den neuen Tag. Beim grossen Platz stehen bereits ein paar Taxifahrer bereit und schauen sich verdutzt an, als wir als Ziel den Bahnhof nennen. Noch wissen wir nicht warum, können es uns aber denken... Tatsächlich dauert die Fahrt nicht lange und so sind wir viel zu früh bei der kleinen Bahnstation. Alles ist noch geschlossen und wir beobachten schlaftrunken wie der Tag langsam erwacht und sich der Bahnhof mit Leben füllt. Erst kurz bevor der Zug abfahren soll, öffnet der Schalter und Andy gelingt es Tickets zu erstehen. Noch ein süsser Tee, dann steigen wir ein und setzen uns auf die, nach unserer Meinung nach, am wenigsten beschädigten Sitze. Familien mit Sack und Pack steigen zu. Zugfahren ist hier noch ein Erlebnis. Das wird auch uns bewusst, spätestens als wir sehen, dass es überall kreucht und fleucht...



Die Krabbeltiere kriechen über die Sitze und bevor man sich zurücklehnt, sollte kontrolliert werden, ob da nicht gerade so ein Ding auf der Lehne sitzt! Hmmm... Doch die Aussicht in den dichten grünen Dschungel ist die Fahrt nach Gua Musang wert. Immer wieder hält der Zug an einer Rampe oder einem Bahnhof, Menschen entladen und beladen den Zug mit allem was sich tragen lässt. 5 Stunden später steigen wir, doch ein wenig erleichtert, aus und machen uns auf die Suche nach einem Bus in die Cameron Highlands. Da sei kein Bus versichern uns alle Einheimischen und meinen wir sollten besser ein Taxi nehmen. Doch an der Nase herumführen lassen wir uns nicht! Tatsächlich lohnt sich unsere Hartnäckigkeit, wir finden den richtigen Busbahnhof und nach ein paar Telefonaten rast eine Stunde später ein Minibus auf den Platz. Die Fahrt in die Cameron Highlands kann beginnen. Passstrassen winden sich ins hügelige Bergland, kühle, frische Luft weht durchs Fenster und wir geniessen es Unterwegszusein. Die dschungelartige Landschaft ändert sich und erste Plantagen lassen sich erkennen. Nach einem Schwatz mit einer zugestiegenen Schweizerin glauben wir dann, unseren Augen nicht zu trauen. Das früheren Erholungsgebiete reicher Engländer zeigt uns ein Gesicht, das gar nicht gefällt. Haufenweise Plastik in den Plantagen, grosse Hotel- und Ferienwohnungsanlagen, Fastfood- und Souvenirstände in Hülle und Fülle. So haben wir uns das Teeanbaugebiet definitiv nicht vorgestellt! Trotzdem beziehen wir ein Zimmer und überlegen, wie wir den Aufenthalt doch geniessen können. Anfangs überfordert uns die Situation, denn auch wenn wir längst versuchen nichts zu erwarten, wenn wir einen neuen Ort besuchen, gewisse Vorstellungen sind immer da. Nach einem guten Znacht und reiflichen Überlegungen beschliessen wir das Beste aus der Situation zu machen und uns auf den Grund unseres Besuchs zu konzentrieren; die Teeplantagen.



Nach einer erholsamen Nacht und englischem Gebäck (Scones) zum Frühstück sind wir dann bereits wieder frohen Mutes. Mit Karte machen wir uns auf die Suche nach dem richtigen Bus. Kein leichtes Unterfangen, wir werden von einem zum nächsten Ort geschickt und alle geben uns nicht eben freundliche Auskünfte. Wir steigen in den Bus, den wir für den richtigen halten und los gehts! Silbrig glänzen die Armaturen, alle Fenster sind offen und der Fahrer scheint alle zu kennen. Wir schaukeln durch die Landschaft und beobachten dabei unsere Mitreisenden dies ist so spannend, dass wir unser Missgeschick erst spät bemerken: wir fahren in die falsche Richtung! Also in der nächstgrösseren Stadt raus, uns an den staubigen Strassenrand setzen und warten! Es gibt Schlimmeres und nur wenig später sitzen wir auch bereits wieder im Bus. Diesmal in die richtige Richtung und mit derselben Billettkontrolleurin. Leider fährt der Bus aber nur an unseren Ausgangspunkt zurück, nicht aber an den Startort unserer Wanderung. So entschliessen wir uns stilvoll zu reisen und organisieren ein Taxi. Während der Fahrt können wir uns den Glanz einstiger Zeiten vorstellen, während dem Spaziergang durch die Plantagen wird dann aber auch die andere Seite sichtbar. Die mühsame, schlecht bezahlte Arbeit wird noch immer von Indern erledigt, welche in einfachen Baracken hausen. Umso grösser die prächtigen Villen und Gärten der einstigen Gutsherren. Eine ungerechte, diese Welt.



Teeplantagen soweit das Auge reicht, sanft schmiegen sie sich an die hügelige Landschaft und man möchte sich in das moosige Grün hineinlegen. Bei näherem Betrachten halten einem die knorrigen Aeste aber davon ab. Wir wandern, staunen und fotografieren. Auf dem Rückweg nieselt es und somit finden unsere neu gekauften Plastikpelerinen Verwendung. Wir laufen zurück ins Städtchen, erstehen unterwegs Früchte aus der Region und steigen dann wieder in ein Taxi, welches uns ins Zentrum bringt. Beim wärmenden Kaffee in der Herberge überlegen wir uns, wie es weitergehen soll. Aufrund fehlender Ausrüstung (Wanderschuhe und Co liessen wir in Bangkok) entscheiden wir uns gegen ein Trekking zur grössten Blüte der Welt, stattdessen buchen wir ein Busticket nach Georgetown auf der Insel Penang. Zum Znacht gibts chinesischen Hot Pot, dann ein wenig www und die letzte Nacht in den Cameron Highlands folgt.





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